Kurz vor den Osterfeiertagen präsentieren wir wieder ein aktuelles Interview aus unserer Social-Media-Reihe. Diesmal mit dabei: Petra Schuseil, Coach aus Frankfurt/Main – die Expertin für das Thema “Lebenstempo”!
Liebe Petra, kannst Du Dich bitte unseren Bloglesern in einem Elevator-Pitch vorstellen?
Ich unterstütze Berufstätige und Selbständige darin, authentisch und selbstbewusst ihre Berufung mit Herzblut zu füllen – und das im eigenen Lebenstempo.

Petra Schuseil
Wie kamst Du auf die Idee, in Social Networks aktiv zu werden, und wie nutzt Du sie?
Im Sommer 2008 habe ich mit meinem Mann noch in Hongkong gelebt. Ich hatte viel Zeit, mich um meine Positionierung als Coach zu kümmern. Bei Monika Birkner, meiner geschätzten Coach- und Blog-Kollegin, habe ich mein erstes Online-Seminar mitgemacht. Von ihr und von anderen TeilnehmerInnen hörte ich vom Social Networking … ich war 2008 noch völliger Laie. Ich habe erste Artikel für meinen Lebenstempo-Blog geschrieben und gepostet und mich bei Xing angemeldet. Twitter kam später dazu.
Welche Erfahrungen hast Du gemacht?
Zum einen habe ich gemerkt, „das geht ja leicht mit dem Bloggen“. Ich habe mir alles selbst beigebracht. Ich habe sogar zwei Blog-Paraden initiiert. Für Xing habe ich einige gratis E-Mail-Tipps von Joachim Rumohr zu Herzen genommen, auch mal ein Telefonseminar mit ihm mitgemacht und mein Profil optimiert. Die „Über-mich“-Seite soll meine Leser lebendig informieren. Die wichtigste Erfahrung, die ich in den letzten Monaten gemacht habe: Ich wusste nicht, dass ich eine Netzwerkerin mit Herzblut bin. Das kommt daher, weil mich Menschen interessieren und vor allem ihre Geschichten. Ich habe interessante Menschen kennengelernt. Es fällt mir sehr leicht mit anderen in Kontakt zu kommen. Eine weitere Erfahrung ist, dass die Lesestatistik immer auch mit dem jeweiligen Thema korrespondiert, das ich anbiete … Ich kann sehr schön erkennen, welche Geschichten und Artikel meine Leser bevorzugen und welche nicht so interessant sind.
Du hilfst Menschen bei der Suche nach dem eigenen Genius. Gibt es Zusammenhänge zwischen dem eigenen Genius und der Authentizität in Social Networks?
Dazu mag ich ganz kurz erklären, was ich unter dem Genius verstehe. Der Hintergrund meines Wissens kommt zunächst von meinem Lehr-Coach Wolfram Jokisch von http://www.corework.de. Er hat das Buch von Dick Richards „Weil ich einzigartig bin“ in Workshop-Qualität umgesetzt. Dick Richards behauptet, jeder hat einen Genius und jeder hat auch nur EINEN Genius. Der Genius ist das Leitmotiv, das uns schon ein Leben lang begleitet in all unserem Handeln und Sein. Er ist die Antwort auf den roten Faden im Leben und wird in zwei oder drei Worten ausgedrückt. Meist in einem Substantiv plus einem Verb. Also zum Beispiel„das Besondere sehen“, „Informationen sammeln“, „die Welt entdecken“ oder mein Genius heißt „nach Perlen tauchen“. (Ich biete hierzu übrigens regelmäßig Workshops an ;-) ) Unser Genius gibt uns innere Kraft und Ausrichtung, wenn wir ihn dann entdeckt haben. Es gibt keinen Grund mehr, sich zu verzetteln. Denn der Genius will genährt werden. Welches Umfeld benötige ich also, um mein Leitmotiv ausleben zu können. Wolfram Jokisch sagt, der Genius ist die Rückseite der eigenen Berufung. Wenn also zum Beispiel „Menschen beraten“ eine Geniusaussage wäre, stellt sich die Frage: In welchem Beruf kann ich meinen Genius ausleben? Hinzu kommen dann noch die Kernkompetenzen und Interessen, um diese Frage zu beantworten.
Für mich bedeutet der Genius im Zusammenhang mit der eigenen Authentizität im Social Network, dass es Menschen geben wird, die sich gerne in diesen Internet-Netzwerken bewegen und präsentieren und schreiben. Für andere wird das gar nichts sein. Und das ist gut. Wenn ich also nur im Internet kommunizieren würde, um meine Zielgruppe zu erreichen, wäre das nicht gut, denn ich weiß, viele Menschen und ein Großteil meiner Freunde sind hier gar nicht präsent. Zum einen, weil sei keine Zeit haben, weil sie es nicht können, weil sie überhaupt auch nicht gerne von sich schreiben … sicher ist auch die Angst da, sich im Internet zu präsentieren.
Ich bin der Meinung, wer seinen Genius kennt, kann sich entsprechend positionieren und in den Social Networks entsprechend präsentieren. Mein Genius braucht ein lebendiges Umfeld und Themen und Artikel sind wie kostbare Perlen, die ich zum Lesen anbiete oder auch selbst suche.
Wieviel Zeit investierst Du in Deine Präsenz in Social Networks? Wo liegt Deine Priorität?
Ich bin ganz sicher täglich im Internet. Außer sonntags. Sonntags nie, ist meine Devise. Drei mal die Woche bin ich davon auch länger unterwegs und mehr als eine Stunde präsent. Ich schreibe in mein Blog, ich kommuniziere bei Xing und lese, was meine Kontakte „treiben“, ich überfliege bei Twitter das Interessanteste für mich wie in einer Zeitung. Ich lese die Headlines. Was mich interessiert, klicke ich an und gebe es gegebenenfalls an meine Follower weiter. Dann gibt es ja auch noch die anderen Blogs … hier schreibe ich oder antworte ich, wenn es mich anspricht.
Kannst Du Dein „normales, persönliches Netzwerk“ über die neuen Kanäle pflegen, oder erreichst Du hier eine wesentlich andere Zielgruppe?
Mein „normales, persönliches Netzwerk“ ist eher nicht über die neuen Kanäle zu erreichen. Ich habe neue Bekannte gewonnen, die von mir lesen oder über die ich lese. Ich erreiche hier die Menschen, die zum Beispiel Xing für sich nutzen, um Kontakte zu pflegen oder sich im Blog informieren und lesen. Mit neuen GeschäftspartnerInnen netzwerke ich und unterstütze damit Dialog und Bekanntheit.
Wie misst Du Erfolge?
Erfolg ist für mich, wenn die Klickrate im Blog oder auf der Homepage konstant hoch bleibt. Wenn mein Newsletter eine positive Reaktion erzeugt, indem meine Leser mir das widerspiegeln entweder im Blog oder in einer persönlichen E-Mail. Vor kurzem erlebte ich während eines persönlichen Treffens, dass mich fremde Frauen kennen, weil sie mich im Internet gelesen haben. Erfolg ist für mich auch, wenn ich über meine Homepage, Blog oder Twitter ganz konkrete Aufträge generiere.
Konntest Du denn schon direktes Geschäft aus den Social Networks generieren?
Direktes Geschäft ja, aber eher verhalten. Ich glaube nach wie vor, dass Menschen mich persönlich kennenlernen müssen … und dass ich den persönlichen Draht zu meinen Klienten suchen muss, was ich auch tue. Meine Aktivitäten in den Social Networks sind sozusagen ein Bonbon. Man kann über mich lesen, sich informieren, ich informiere …
Kannst Du Social-Media-Technologien auch im Coaching einsetzen?
Wenn Du damit Telefoncoaching via Skype oder E-Mail-Coaching meinst, dann habe ich das eingesetzt und werde es weiter so nutzen von Fall zu Fall.
Gibt es etwas, was Du neu planst?
Bei Facebook bin ich noch zögerlich, denn mir reicht die Zeit, die ich bereits im Internet verbringe.
Meinen Newsletter verschicke ich zukünftig gegebenenfalls über einen professionellen Anbieter über kurz oder lang, um Response und Interesse besser verfolgen zu können. Dann gibt es vielleicht Videos oder Podcasts von mir zu sehen oder zu hören oder eine „Lese-Reihe“ .. da muss ich mir noch etwas einfallen lassen. Es wird auf jeden Fall interessant bleiben.
Welche Tipps gibst Du Unternehmen, die ins Social Web einsteigen wollen?
Der Einstieg ins Social Media ist einfach. Wichtig ist dran bleiben. Meiner Meinung nach sollten Artikel oder Informationen spannend und interessant sein für die Leser, die ja Anspruchsvolles suchen. Zumindest ticke ich so
Vielen Dank, Petra, für das Interview und Deine Anregungen. Wir wünschen Dir weiterhin viel Spaß im Social Web, natürlich immer in Deinem persönlichen Lebenstempo!
Frühere Beiträge unserer Social-Media-Interview-Reihe:
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